Die Entscheidung für eine Motorradreise ist schnell getroffen. Doch kurz vor der Buchung stellen sich viele Fahrer dieselbe Frage: Bin ich fahrerisch überhaupt bereit für diese Reise? Diese Frage hören wir regelmäßig. Die gute Nachricht: Für unsere Motorradreisen musst du weder Enduroprofi noch Rallyefahrer sein. Bei Motor2Travel organisieren wir geführte Motorradreisen in Afrika, Asien und Südamerika bei denen das Reisen und Entdecken im Mittelpunkt steht. Unser Ziel ist nicht, möglichst schwierige Offroadstrecken zu fahren. Wir möchten dir ein Land authentisch näherbringen – mit seinen Landschaften, seiner Kultur und seinen Menschen. Schotterstraßen und Naturwege gehören manchmal dazu, allerdings nur, um die schönsten Regionen zu erreichen und nicht, um möglichst schwierige Hindernisse zu suchen. Dabei ist Motorradfahren auch Kopfsache, denn oft kannst du mehr, als du dir selbst zutraust.
Als Reiseveranstalter legen wir den Schwierigkeitsgrad unserer Motorradreisen selbst fest. Diese Einstufung entsteht nicht am Schreibtisch: Wir kennen unsere Routen aus eigener Erfahrung und wissen, was Motorradfahrer unterwegs tatsächlich erwartet. Gleichzeitig stehen wir in engem Austausch mit unseren lokalen Partnern und Guides, die die aktuellen Bedingungen vor Ort kennen. Auch die Erfahrungen und Rückmeldungen unserer Teilnehmer fließen in unsere Bewertung ein.
Für die Einstufung betrachten wir immer das Gesamtbild einer Reise. Dazu gehören unter anderem Straßenbelag und Straßenzustand, Offroadanteil, Art des Untergrunds, Höhenlage, Klima, Länge der Tagesetappen, Verkehr sowie die Motorräder, die auf der jeweiligen Tour eingesetzt werden.
Trotzdem ist ein Schwierigkeitsgrad keine unveränderliche Größe. Gerade auf unseren Routen in Afrika, Asien und Lateinamerika können sich die Bedingungen kurzfristig ändern. Eine kräftige Regenperiode kann aus einer gut befahrbaren Naturstraße innerhalb kurzer Zeit eine anspruchsvolle Passage machen. Baustellen, Erdrutsche, gesperrte Straßen oder unerwartete Umleitungen können dazu führen, dass wir eine andere Strecke fahren müssen als ursprünglich geplant.
Genau deshalb verlassen wir uns nicht nur auf Kilometerangaben und Offroad Prozentsätze. Wir kombinieren unsere eigene Erfahrung als Motorradreiseveranstalter mit der aktuellen Einschätzung unserer Partner und Guides vor Ort. So können wir den Schwierigkeitsgrad einer Reise so realistisch wie möglich einschätzen. Für uns bedeutet ein Schwierigkeitsgrad deshalb nicht nur wie viel Offroad, sondern vor allem: Was verlangt diese Reise unter realistischen Bedingungen von einem Motorradfahrer?

Nach mehr als 20 Jahren Motorradreisen könnten wir zu diesem Thema vermutlich ein eigenes Buch schreiben. Denn Alter, Anzahl der Motorradjahre und Fahrkönnen gehen nicht immer so Hand in Hand, wie man vielleicht denkt. Da war zum Beispiel der sehr erfahrene Motorradfahrer, der sich beim Anblick seines Mietmotorrads fragte, ob das kleine Ding wirklich das richtige Motorrad für ihn sei. Ein paar Tage später lag nicht das Motorrad an seinen Grenzen, sondern leider der Fahrer auf der Nase. Auch viel Erfahrung schützt eben nicht vor einem Sturz.
Und dann gibt es die andere Seite: Teilnehmer ohne nennenswerte Offroaderfahrung, die sich an eine Level 5 Reise wagen. Am ersten Tag noch mit ordentlich Respekt vor der ersten Piste, ein paar Tage später mit einem breiten Grinsen mittendrin. Und am Ende? Fahrer und Motorrad heil, jede Menge Spaß gehabt und ein bisschen mehr Selbstvertrauen im Gepäck.
Natürlich hatten wir auch schon den umgekehrten Fall. Jemand schätzt sein Fahrkönnen etwas zu optimistisch ein und verbringt am Ende mehr Kilometer im Begleitfahrzeug als auf dem Motorrad. Nicht dramatisch, aber natürlich schade, denn dafür hat man die Reise schließlich nicht gebucht.
Aber keine Sorge: Die allermeisten Teilnehmer schätzen ihr Fahrkönnen erstaunlich gut ein. Und genau darum geht es: eine Reise zu wählen, die zu dir passt, sich unterwegs auch mal etwas zuzutrauen und vor allem Spaß am Motorradfahren und Reisen zu haben.
Damit du bereits vor der Buchung einschätzen kannst, welche Motorradreise zu deinem Fahrkönnen passt, ordnen wir jede Tour auf unserer Website einem Schwierigkeitsgrad von Level 1 bis Level 5 zu. Die Schwierigkeit lässt sich nicht allein am Offroadanteil festmachen. Eine Reise mit 20 Prozent Schotter kann unter bestimmten Bedingungen anspruchsvoller sein als eine Tour mit einem wesentlich höheren Offroadanteil. Entscheidend sind verschiedene Faktoren wie Klima, Höhe, Straßenverhältnisse und das Verkehrsverhalten vor Ort.
Level 1 und Level 2 findest du bei Motor2Travel allerdings nicht. Unsere Reisen führen durch Afrika, Asien und Lateinamerika und stellen deshalb immer etwas höhere Anforderungen als eine klassische Motorradtour auf vertrauten europäischen Straßen. Selbst wenn eine Route überwiegend über Asphalt führt, können ungewohnte Verkehrsregeln, Linksverkehr, dichter oder unberechenbarer Verkehr, andere Straßenverhältnisse, große Höhenunterschiede, Klima oder längere Tagesetappen zusätzliche Anforderungen an den Fahrer stellen.
Unsere einfachsten Motorradreisen beginnen deshalb bei Level 3. Das bedeutet nicht, dass diese Reisen schwierig sind. Es bedeutet vielmehr, dass du dein Motorrad sicher beherrschen und dich darauf einstellen solltest, unter Bedingungen zu fahren, die sich von denen zu Hause unterscheiden können.
Ab Level 4 und 5 kommen weitere Faktoren hinzu, etwa ein höherer Offroadanteil, Schotter, Sand, Naturstraßen, Wasserdurchfahrten, große Höhen oder andere Bedingungen, die mehr Fahrerfahrung und Motorradbeherrschung verlangen.‘

Die Route verläuft überwiegend auf befestigten Straßen. Gelegentlich fahren wir auf gut befahrbaren Schotterstraßen oder Naturwegen. Der Offroadanteil beträgt in der Regel höchstens zwischen 0 und etwa 20 %. Du brauchst dafür keine umfangreiche Offroad Erfahrung. Wichtig ist aber, dass du dein Motorrad sicher beherrschst und bereit bist, auch einmal auf losem Untergrund zu fahren.
Bei Level 4 nimmt der Offroadanteil zu. Du kannst auf Schotter, Sand, steinigen Passagen oder bei einzelnen Reisen auch auf Wasserdurchfahrten treffen. Bei manchen Touren kommt zusätzlich die Höhe als Faktor hinzu. Eine gute Motorradbeherrschung ist wichtig und Offroad Erfahrung ist empfehlenswert. Wenn du bisher nur auf Asphalt gefahren bist, empfehlen wir vor der Reise ein Offroad Training auf einer leichten Enduro. Schon ein Wochenende kann einen großen Unterschied machen.
Bei unseren Level 5 Reisen spielt das Fahren auf unbefestigten Straßen eine größere Rolle. Je nach Reiseziel erwarten dich Naturstraßen, Schotter, Sand, manchmal Wasserdurchfahrten, größere Höhen oder wechselnde klimatische Bedingungen. Für einen sicheren Motorradfahrer mit Erfahrung auf unbefestigten Straßen sind diese Reisen gut zu bewältigen. Wenn du bisher fast ausschließlich auf Asphalt gefahren bist, empfehlen wir dir vor der Reise ein Offroad Training auf einer leichten Enduro. Wichtig ist vor allem, dass du dich auch auf unbefestigten Strecken sicher und wohl fühlst.
Nicht jede Motorradreise muss fahrerisch anspruchsvoll sein. Vielleicht planst du deine erste Fernreise mit dem Motorrad oder möchtest ganz bewusst eine entspanntere Tour fahren. Mehrere unserer Reisen verbinden echtes Motorradabenteuer mit überwiegend gut ausgebauten Straßen und lassen dir trotzdem alle Freiheit, ein Land abseits der üblichen Reiserouten zu entdecken.
Unsere Motorradreisen durch Vietnam verlaufen überwiegend auf befestigten Straßen. Gelegentliche Naturstraßen oder Schotterabschnitte können dazugehören, bestimmen aber nicht den Charakter der Reise. Wer kurvenreiche Straßen liebt, kommt in Vietnam voll auf seine Kosten. Die Touren eignen sich deshalb auch gut, wenn du deine erste geführte Motorradreise außerhalb Europas unternehmen möchtest.
Auch bei unseren Motorradreisen durch Indonesien führen die Routen größtenteils über gut ausgebaute Straßen durch sehr unterschiedliche Landschaften und Regionen. Erfahrung im Gelände ist deshalb keine Voraussetzung.
Unsere Motorradreise durch Peru verläuft ebenfalls größtenteils über gut ausgebaute, befestigte Straßen. Kurvenreiche Bergstraßen und die großen Höhenunterschiede prägen hier das Fahrerlebnis. Peru eignet sich damit auch für Motorradfahrer, die Südamerika auf zwei Rädern entdecken möchten, ohne dass dafür Offroad Erfahrung erforderlich ist.

Wenn du Schotter und Naturstraßen magst, wird die Auswahl größer. Bei unseren Motorradreisen durch Kolumbien, Nicaragua, Ruanda und Uganda, Kenia und Tansania gehört Offroad deutlich stärker zur Reise.
Bei unserer Motorradreise durch Kolumbien fahren wir ungefähr 50 Prozent Offroad. Die Straßen wechseln zwischen Asphalt, Schotter und Naturstraßen. Gerade diese Mischung ermöglicht uns, Regionen zu erreichen, die auf den üblichen Hauptrouten liegen bleiben würden.
Auch in Nicaragua liegt der Offroadanteil bei ungefähr 50 Prozent. Hier solltest du dich auf Naturstraßen und wechselnden Untergrund einstellen. Offroad Erfahrung ist von Vorteil aber Land und Leute kennen lernen steht im Vordergrund.
Bei unserer Motorradreise durch Ruanda und Uganda liegt der Offroadanteil ebenfalls bei rund 50 Prozent. Neben Asphalt fahren wir über Schotter und Naturstraßen durch ländliche Regionen.
Auch Kenia bietet eine Mischung aus Asphalt und Naturstraßen mit einem Offroadanteil von ungefähr 50 Prozent.
Tansania gehört mit rund 85 Prozent Offroad zu unseren Reisen mit dem höchsten Anteil an unbefestigten Straßen. Wohlfühlen auf Schotter und Naturstraßen ist für diese Reise wichtig.
Ein häufiger Fehler ist, den Schwierigkeitsgrad einer Motorradreise ausschließlich anhand des Offroadanteils zu beurteilen. Zwei unserer Reisen zeigen gut, warum das nicht funktioniert.
Im Spiti Valley fahren wir überwiegend auf Asphalt. Rund 20 Prozent der Route verlaufen über unbefestigte Straßen. Was diese Reise anspruchsvoller macht, sind unter anderem Wasserdurchfahrten und die Höhe. Einige Pässe liegen auf über 5.300 Metern. Du brauchst also nicht nur Motorradbeherrschung, sondern solltest auch mit den besonderen Bedingungen einer Reise im Himalaya umgehen können.
Auch unsere Motorradreise durch Patagonien besteht größtenteils aus Asphalt. Rund 20 Prozent führen über Schotter. Eine zusätzliche Herausforderung ist hier manchmal der Wind. Wer schon einmal bei starkem Seitenwind Motorrad gefahren ist, weiß, dass eine asphaltierte Straße dadurch durchaus anspruchsvoll werden kann.
Bei unserer Sri Lanka Tour mit Dylan Wickrama können sich die Streckenbedingungen von Jahr zu Jahr verändern. Der tatsächliche Offroadanteil hängt deshalb teilweise von den Bedingungen vor Ort ab. Wichtig: Wer einen Offroadabschnitt nicht fahren möchte, kann bei dieser Reise auf die Asphaltvariante ausweichen.
Ein weiterer Vorteil unserer Reisen sind die Leihmotorräder selbst. Auf unseren Touren fahren wir leichte Enduro Motorräder zwischen 190 und 450 ccm. Diese lassen sich auf Schotter und Naturstraßen deutlich leichter kontrollieren als schwere Reiseenduros. Hinzu kommt, dass dein Gepäck im Begleitfahrzeug transportiert wird. Du fährst also ohne schwere Koffer oder Taschen. Das macht das Motorrad leichter, handlicher und deutlich angenehmer zu fahren – sowohl auf Asphalt als auch auf Schotter.

Egal für welche Reise du dich entscheidest: Du bist niemals auf dich allein gestellt. Unsere Touren werden von erfahrenen Reiseleitern begleitet. Zusätzlich ist bei den Reisen ein Begleitfahrzeug mit Mechaniker dabei. Sollte dir ein Streckenabschnitt einmal zu schwierig erscheinen oder solltest du dich an einem Tag nicht wohlfühlen, suchen wir gemeinsam nach einer passenden Lösung. Das Team unterstützt dich bei schwierigen Passagen. Bei einigen Reisen kann der Mechaniker dein Motorrad auch ein Stück übernehmen oder du fährst einen Abschnitt im Begleitfahrzeug mit und steigst später wieder auf dein Motorrad. Niemand muss sich unter Druck setzen oder etwas fahren, wobei er sich unsicher fühlt.
Wenn du eine Reise mit einem höheren Offroadanteil planst, empfehlen wir dir ein Offroadtraining auf einer leichten Enduro. Bereits ein Wochenende hilft oft deutlich mehr Sicherheit und ein besseres Gefühl für das Motorrad auf losem Untergrund zu bekommen. Und ganz nebenbei macht ein solches Training auch richtig Spaß und bringt dir fahrerisch viel für zukünftige Motorradtouren. Vor allem aber gilt: Unsere Motorradreisen sind keine Wettbewerbe. Es geht nicht darum, der Schnellste in der Gruppe zu sein. Es geht darum, gemeinsam Länder zu entdecken, Menschen kennenzulernen und am Ende des Tages mit einem Lächeln am Hotel anzukommen.
Dann sprich uns einfach an. Wir kennen jede unserer Strecken aus eigener Erfahrung und beraten dich ehrlich. Wenn wir der Meinung sind, dass eine bestimmte Reise noch nicht zu deinem Fahrkönnen passt, sagen wir dir das auch. Genauso empfehlen wir dir gerne eine Tour, die perfekt zu deinem aktuellen Erfahrungsniveau passt. So startest du mit einem guten Gefühl in dein nächstes Motorradabenteuer.